Am Monatsende ist das Geld weg, aber wofür eigentlich? Mit dem Ausgaben-Werte-Abgleich siehst du, welche deiner Ausgaben dir wirklich etwas bedeuten und wo viel Geld für wenig Wert fließt.
Du kannst direkt loslegen. Plane etwa fünfzehn Minuten ein, grobe Schätzungen reichen. Die Erklärung zur Methode findest du unter dem Tool.
Was ist der Ausgaben-Werte-Abgleich?
Ein Haushaltsbuch fragt: Wie viel gibst du aus? Der Ausgaben-Werte-Abgleich stellt eine zweite Frage dazu: Was ist es dir wert? Erst beide Antworten zusammen zeigen, ob dein Geld dorthin fließt, wo es dir etwas bringt.
Im Coaching ist das ein bewährter Blick: Ausgaben sind selten zu hoch oder zu niedrig, sie passen oder sie passen nicht. 300 Euro für ein Hobby, das dich trägt, sind gut angelegt. 30 Euro für ein Abo, das du nie nutzt, sind es nicht.
Wann hilft dir der Abgleich?
- Wenn am Monatsende nichts übrig bleibt: und du nicht weißt, wo du ansetzen sollst.
- Wenn du sparen willst, ohne auf alles zu verzichten: Der Abgleich zeigt, was du streichen kannst, ohne dass es wehtut.
- Nach einer Veränderung: neuer Job, Umzug, Kind. Was früher passte, passt jetzt vielleicht nicht mehr.
- Nach dem Finanz-Standort: wenn dich dort die festen Kosten oder das freie Geld belasten.
So gehst du vor
- Kompass: Du notierst in zwei, drei Stichworten, was dir im Leben wichtig ist.
- Sammeln: Deine größten regelmäßigen Ausgaben, drei bis zwölf Posten, noch ohne Beträge.
- Bewerten: Zu jedem Posten ein geschätzter Betrag pro Monat und eine Zahl von 1 bis 10: Wie viel ist dir das wert?
- Verändern: Für die Posten, die viel kosten und dir wenig bedeuten, entscheidest du: streichen, verkleinern oder so belassen.
- Auswertung lesen: Vier Felder zeigen, wo dein Geld gut angelegt ist und wo dein Hebel liegt.
Warum das Tool nach dem Wert fragt und nicht nach der Notwendigkeit
Die Frage „Brauche ich das?“ führt schnell zu schlechtem Gewissen, denn streng genommen braucht man wenig. Die Frage „Was ist es mir wert?“ ist ehrlicher. Sie erlaubt, dass dir etwas viel bedeutet, das andere für Luxus halten, und sie deckt auf, was du aus Gewohnheit bezahlst.
Das Tool vergleicht deine Posten nur untereinander. Als teuer gilt die teurere Hälfte deiner Liste, als viel wert alles ab 6 von 10. Es gibt keinen Vergleich mit anderen Haushalten und keine Vorgabe, was richtig wäre.
So liest du die Auswertung
- Dein Hebel: kostet viel, ist dir wenig wert. Hier lohnt es sich am meisten, etwas zu ändern.
- Bewusst gut angelegt: kostet viel, ist dir viel wert. Das darf Geld kosten.
- Stille Mitläufer: kosten wenig, sind dir wenig wert. Einzeln unauffällig, zusammen oft ein ordentlicher Betrag.
- Viel Wert für wenig Geld: Davon darf es mehr geben.
Dazu siehst du, welcher Anteil deines erfassten Geldes in Dinge fließt, die dir viel wert sind. Manches Notwendige wie Miete oder Versicherungen bekommt vielleicht eine niedrige Zahl. Das ist kein Fehler, sondern ein Hinweis, wo du über Alternativen nachdenken kannst und wo nicht.
Typische Fehler
- Jeden Euro erfassen wollen: Die großen Posten reichen. Genauigkeit bringt hier wenig, Ehrlichkeit viel.
- Vernünftig bewerten: Wenn dir die Altersvorsorge eine 3 wert ist und der Urlaub eine 10, dann ist das so. Genau das soll sichtbar werden.
- Alles auf einmal ändern: Ein Posten, wirklich umgesetzt, bringt mehr als fünf gute Vorsätze.
- Das frei gewordene Geld nicht verplanen: Ohne Ziel versickert es. Gib ihm eines, zum Beispiel mit dem Sparziel-Planer.
Den Ausgaben-Werte-Abgleich im Coaching einsetzen
Geld ist im Coaching oft ein Nebenthema, das sich als Hauptthema entpuppt. Der Abgleich eignet sich als Einstieg, weil er nicht nach dem Einkommen fragt und niemand sich rechtfertigen muss. Aufschlussreich sind Posten, bei denen der Coachee lange über die Zahl nachdenkt, und der Vergleich mit dem Werte-Kompass: Tauchen die wichtigsten Werte in den Ausgaben überhaupt auf? Coaching ist keine Finanzberatung. Bei Fragen zu Geldanlage, Krediten oder Schulden verweist du an die passenden Stellen.
Was passiert mit deinen Angaben?
Alles, was du einträgst, bleibt in deinem Browser gespeichert, auch die Beträge. Es wird nichts an mich oder an Dritte übertragen. Du kannst später auf demselben Gerät weitermachen und jederzeit neu starten.
Der Ausgaben-Werte-Abgleich dient der Selbstreflexion. Er ersetzt kein Coaching und keine Finanz-, Steuer- oder Schuldnerberatung.
Weitere Methoden zum Thema „Standort bestimmen“
- LebensradDas Lebensrad zeigt dir auf einen Blick, wie zufrieden du mit den wichtigsten Bereichen deines Lebens bist und welche davon dich im Moment am meisten belasten.
- Werte-KompassDu wählst aus vielen Werten deine fünf wichtigsten, bringst sie in eine Rangfolge und prüfst, wie sehr du sie im Alltag lebst. Am Ende siehst du, wo dein Kompass und dein Alltag auseinanderliegen.
- EnergiebilanzDu sammelst, womit du deine Zeit verbringst, und schätzt ein, was dir Energie gibt und was dich Energie kostet. Am Ende siehst du deine Bilanz, deine größten Energieräuber und was du an ihnen ändern kannst.