Das GROW-Modell ist der bekannteste Gesprächsleitfaden im Coaching. In vier Phasen klärst du dein Ziel, beschreibst die Lage, sammelst Optionen und legst fest, was du als Erstes tust. Das Tool stellt dir die Fragen, die ein Coach stellen würde.
Du kannst direkt loslegen. Plane fünfzehn Minuten ein. Die Erklärung zur Methode findest du unter dem Tool.
Was ist das GROW-Modell?
GROW steht für Goal, Reality, Options und Will: Ziel, Realität, Optionen und Wille. Das Modell wurde in den 1980er-Jahren im Umfeld von John Whitmore entwickelt und durch sein Buch „Coaching for Performance“ bekannt. Es gibt einem Gespräch eine Reihenfolge, die verhindert, dass man zu früh über Lösungen spricht.
Die Stärke liegt in der Trennung der Phasen. Wer erst das Ziel klärt und dann die Lage beschreibt, sucht Optionen für das Richtige. Und wer Optionen sammelt, bevor er sie bewertet, findet mehr als die zwei, die ihm ohnehin im Kopf herumgehen.
Wann hilft dir der GROW-Leitfaden?
- Wenn du bei einem Thema feststeckst: und dich im Kreis drehst.
- Als Selbstcoaching: wenn gerade niemand da ist, der dir gute Fragen stellt.
- Zur Vorbereitung auf ein Coaching: um dein Anliegen vorab zu ordnen.
- Als Führungskraft: um Mitarbeitergespräche zu strukturieren, ohne Lösungen vorzugeben.
So gehst du vor
- Thema nennen: Worum geht es?
- Ziel (Goal): Was willst du erreichen, und woran merkst du es?
- Realität (Reality): Wie ist die Lage, was hast du schon versucht, was hat dich aufgehalten?
- Optionen (Options): Was könntest du tun? Sammeln, ohne auszusortieren.
- Wille (Will): Für welche Option entscheidest du dich, was ist der erste Schritt, bis wann, und wie entschlossen bist du?
- Auswertung lesen: Dein Plan in vier Feldern.
Warum das Tool nach deiner Entschlossenheit fragt
Am Ende schätzt du auf einer Skala von 1 bis 10 ein, wie entschlossen du bist. Liegt der Wert unter 7, wird aus dem Vorhaben erfahrungsgemäß selten eine Handlung. Das Tool fragt dann, was anders sein müsste: ein kleinerer Schritt, ein anderer Termin oder eine andere Option. Das ist ehrlicher als ein Plan, an den du selbst nicht glaubst.
So liest du die Auswertung
Die Auswertung fasst die vier Phasen zusammen: dein Ziel, die Lage, die gewählte Option samt den übrigen Ideen und deinen ersten Schritt mit Termin. Die übrigen Optionen sind nicht verloren. Wenn der erste Weg nicht trägt, findest du dort deinen Plan B.
Typische Fehler
- Ziel als Vermeidung formulieren: „Weniger Stress“ sagt nicht, was stattdessen da sein soll.
- Die Realität bewerten statt beschreiben: „Mein Chef ist schuld“ ist eine Deutung, keine Lage.
- Nur zwei Optionen sammeln: Das ist meist ein verkapptes Entweder-oder. Die dritte öffnet den Blick.
- Zu großer erster Schritt: Er sollte so klein sein, dass du ihn in den nächsten Tagen machst.
Den GROW-Leitfaden im Coaching einsetzen
GROW ist ein Geländer, kein Fahrplan. In echten Gesprächen springt man zwischen den Phasen, zum Beispiel zurück zum Ziel, wenn sich bei der Lage zeigt, dass es eigentlich um etwas anderes geht. Viele Methoden lassen sich einhängen: der SMART-Ziel-Check in der Zielphase, die Skalierungsfrage bei der Realität, die Entscheidungsmatrix bei den Optionen und der Wenn-Dann-Plan beim Willen.
Was passiert mit deinen Angaben?
Alles, was du einträgst, bleibt in deinem Browser gespeichert. Es wird nichts an uns oder an Dritte übertragen. Du kannst später auf demselben Gerät weitermachen und jederzeit neu starten.
Der GROW-Leitfaden dient der Selbstreflexion. Er ersetzt kein Coaching und keine therapeutische Begleitung.
Weitere Methoden zum Thema „Ziele umsetzen“
- Eisenhower-MatrixWenn alles gleichzeitig drängt, hilft eine einfache Unterscheidung: wichtig oder dringend. Du sammelst deine Aufgaben, ordnest sie in vier Felder und legst für jedes Feld fest, was du damit tust.
- Fortschritts-CheckZiele scheitern selten am ersten Tag, sondern in Woche drei. Du hältst in fünf Minuten fest, wo du stehst, was funktioniert hat und was du anpasst. Mit jedem Check wächst dein Verlauf, und du siehst früh, wann du nachjustieren musst.
- Gewohnheits-PlanerNeue Gewohnheiten scheitern selten am Wollen, sondern daran, dass sie zu groß anfangen. Du machst deine Gewohnheit so klein, dass sie immer klappt, knüpfst sie an einen festen Auslöser und planst, was du tust, wenn etwas dazwischenkommt.