Bevor du neue Ziele setzt, lohnt der Blick zurück. Mit dem Jahresrückblick sammelst du, was gelungen ist, was schwer war und was dir Kraft gegeben hat. Am Ende stehen drei Sätze: was du mitnimmst, was du loslässt und wovon du mehr willst.
Du kannst direkt loslegen. Plane etwa zwanzig Minuten ein. Die Erklärung zur Methode findest du unter dem Tool.
Was ist ein Jahresrückblick?
Ein Jahresrückblick ist eine geführte Bilanz: Du schaust geordnet auf einen Zeitraum zurück, bevor du nach vorn planst. Die Methode stammt nicht aus einer einzelnen Schule, sondern aus der Coaching-Praxis. Sie verbindet den Blick auf Gelungenes und auf Ressourcen, wie ihn lösungsorientierte Ansätze pflegen, mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme dessen, was schwer war.
Der Unterschied zum bloßen Erinnern liegt im letzten Schritt. Du verdichtest alles auf drei Sätze. Erst dadurch wird aus dem Rückblick etwas, mit dem du weiterarbeiten kannst.
Wann hilft dir der Jahresrückblick?
- Zum Jahreswechsel: bevor du dir gute Vorsätze vornimmst.
- Nach einem Abschnitt: ein Projekt, ein Jobwechsel, eine Ausbildung, ein Umzug. Der Zeitraum ist frei wählbar.
- Wenn ein Jahr an dir vorbeigerauscht ist: und du nicht mehr weißt, was eigentlich alles war.
- Wenn du nur noch siehst, was nicht geklappt hat: weil die Highlights bewusst zuerst kommen.
So gehst du vor
- Zeitraum festlegen: ein Jahr, ein Quartal oder ein Lebensabschnitt.
- Highlights sammeln: Was ist gelungen, worauf bist du stolz? Kalender und Fotos helfen der Erinnerung.
- Schwieriges benennen: Was hat Kraft gekostet, und was nimmst du daraus mit?
- Kraftquellen notieren: Wer oder was hat dich getragen?
- Bilanz ziehen: drei Sätze zu Mitnehmen, Loslassen und Mehr davon. Wenn du magst, gibst du dem Zeitraum einen Titel.
- Auswertung lesen: dein Rückblick auf einem Blatt.
Warum die Highlights vor dem Schwierigen kommen
Unser Gedächtnis hält Ärger und Rückschläge leichter fest als das, was gut lief. Wer mit den Problemen beginnt, bleibt oft dort hängen. Deshalb fragt das Tool zuerst nach dem Gelungenen. Der Schritt zum Schwierigen darf auch leer bleiben. Niemand muss ein Problem erfinden, nur weil ein Feld da ist.
So liest du die Auswertung
Oben stehen deine drei Sätze, darunter alles, was du gesammelt hast. Die drei Sätze sind dein Ergebnis. Aus „Davon will ich mehr“ wird im nächsten Schritt ein Ziel, zum Beispiel mit dem SMART-Ziel Check. Wenn du noch nicht weißt, in welchem Lebensbereich du ansetzen willst, hilft das Lebensrad.
Typische Fehler
- Nur aus dem Kopf arbeiten: Die letzten Wochen überlagern den Rest. Ein Blick in den Kalender bringt das Frühjahr zurück.
- Nur Großes gelten lassen: Auch ein geführtes Gespräch oder eine durchgehaltene Routine ist ein Highlight.
- Beim Sammeln stehen bleiben: Ohne die drei Sätze bleibt der Rückblick eine Liste.
- Zu viel loslassen wollen: Eine konkrete Sache wirkt stärker als ein großer Vorsatz.
Den Jahresrückblick im Coaching einsetzen
Im Coaching eignet sich der Rückblick als Einstieg in eine Zielklärung oder als Abschluss eines Prozesses. Als Vorbereitung zu Hause ausgefüllt, bringt er Material mit, das in der Sitzung vertieft wird. Die Kraftquellen lassen sich mit der Ressourcen-Landkarte ausbauen. Ob aus der Bilanz Fortschritt wird, zeigt später der Fortschritts-Check.
Was passiert mit deinen Angaben?
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Der Jahresrückblick dient der Selbstreflexion. Er ersetzt kein Coaching und keine therapeutische Begleitung.
Weitere Methoden zum Thema „Standort bestimmen“
- EinflusskreisVieles, was uns beschäftigt, können wir gar nicht ändern. Du sammelst, was dich gerade umtreibt, sortierst es nach deinem Einfluss und legst fest, wo du handelst und was du loslässt.
- EnergiebilanzDu sammelst, womit du deine Zeit verbringst, und schätzt ein, was dir Energie gibt und was dich Energie kostet. Am Ende siehst du deine Bilanz, deine größten Energieräuber und was du an ihnen ändern kannst.
- LebensradDas Lebensrad zeigt dir auf einen Blick, wie zufrieden du mit den wichtigsten Bereichen deines Lebens bist und welche davon dich im Moment am meisten belasten.