Viele Menschen haben ein Gefühl zu ihrem Geld, aber kein Bild. Der Finanz-Standort macht aus vier groben Zahlen drei Kennwerte und fragt dich dann, wie es dir damit geht. Am Ende weißt du, wo du stehst und wo du ansetzen kannst.
Du kannst direkt loslegen. Plane etwa zehn Minuten ein, geschätzte Zahlen reichen. Die Erklärung zur Methode findest du unter dem Tool.
Was ist der Finanz-Standort?
Der Finanz-Standort ist eine Standortbestimmung für dein Geld, so wie das Lebensrad eine für dein Leben ist. Er zeigt drei Dinge: wie viel deines Einkommens fest verplant ist, was dir im Monat frei bleibt und wie lange deine Rücklage reichen würde.
Anders als ein Finanzrechner bewertet das Tool nicht. Es nennt gängige Faustregeln zur Orientierung, aber ob eine Zahl gut ist, hängt von deinem Leben ab. Deshalb sagst du selbst, ob sie für dich passt.
Wann hilft dir der Finanz-Standort?
- Wenn du dem Thema Geld ausweichst: Zehn Minuten mit groben Zahlen sind ein machbarer Anfang.
- Vor einer Veränderung: Stundenreduzierung, Jobwechsel, Umzug, Familienzuwachs.
- Wenn Gefühl und Wirklichkeit auseinanderliegen: Manche sorgen sich bei guten Zahlen, andere sind sorglos bei knappen.
- Einmal im Jahr: als fester Termin, um Veränderungen zu bemerken.
So gehst du vor
- Gefühl: Wie zufrieden bist du mit deinem Umgang mit Geld, von 1 bis 10?
- Zahlen: Was kommt netto herein, was geht für feste Kosten weg, was legst du zurück, wie hoch ist deine Rücklage?
- Einordnen: Du siehst die drei Kennwerte und sagst zu jedem: passt für mich, geht so oder belastet mich. Dazu notierst du einen nächsten kleinen Schritt.
- Auswertung lesen: Dein Standort auf einen Blick, mit dem Punkt, an dem du am besten ansetzt.
Warum du selbst bewertest
Faustregeln wie „die Hälfte für feste Kosten“ oder „drei Monatsausgaben als Notgroschen“ sind als Orientierung brauchbar. Als Maßstab taugen sie nur begrenzt: Wer in einer teuren Stadt wohnt, kommt mit der Hälfte nicht hin, und wer selbstständig ist, braucht mehr Rücklage als jemand mit sicherem Gehalt. Entscheidend ist, ob deine Zahlen zu deinem Leben passen und ob du damit ruhig schlafen kannst.
So liest du die Auswertung
Oben stehen die drei Kennwerte und deine Zufriedenheit. Darunter siehst du, wie sich dein Einkommen auf feste Kosten, Sparen und freies Geld verteilt. Dein Ansatzpunkt ist der Punkt, den du am schlechtesten bewertet hast. Dazu schlägt dir das Tool eine passende Methode vor: den Ausgaben-Werte-Abgleich, wenn es um Kosten und freies Geld geht, oder den Sparziel-Planer, wenn die Rücklage drückt.
Passen alle Zahlen, aber das Gefühl nicht, liegt es selten am Geld selbst. Dann lohnt ein Blick auf das, was du über Geld gelernt hast, zum Beispiel mit dem Glaubenssatz-Check.
Typische Fehler
- Erst alle Kontoauszüge suchen: Dann fängst du nie an. Schätze, und korrigiere später.
- Sich mit anderen vergleichen: Deren Zahlen kennst du nicht, und ihr Leben ist ein anderes.
- Die Altersvorsorge zur Rücklage zählen: Gemeint ist nur Geld, an das du sofort herankommst.
- Beim Bild stehen bleiben: Der Standort ist der Anfang. Der nächste kleine Schritt macht den Unterschied.
Den Finanz-Standort im Coaching einsetzen
Der Finanz-Standort eignet sich, wenn eine berufliche oder private Veränderung am Geld zu hängen scheint: „Ich kann mir das nicht leisten“ ist oft eine Vermutung. Der Coachee füllt das Tool allein aus und bringt nur mit, was er teilen möchte, meist die Einschätzungen und den Abstand zwischen Gefühl und Zahlen. Coaching ist keine Finanzberatung: Bei Überschuldung verweist du an eine Schuldnerberatung, bei Anlagefragen an unabhängige Beratung, etwa die Verbraucherzentralen.
Was passiert mit deinen Angaben?
Alles, was du einträgst, bleibt in deinem Browser gespeichert, auch Einkommen und Rücklage. Es wird nichts an mich oder an Dritte übertragen. Du kannst später auf demselben Gerät weitermachen und jederzeit neu starten.
Der Finanz-Standort dient der Selbstreflexion. Er ersetzt kein Coaching und keine Finanz-, Steuer-, Anlage- oder Schuldnerberatung.
Weitere Methoden zum Thema „Standort bestimmen“
- LebensradDas Lebensrad zeigt dir auf einen Blick, wie zufrieden du mit den wichtigsten Bereichen deines Lebens bist und welche davon dich im Moment am meisten belasten.
- Werte-KompassDu wählst aus vielen Werten deine fünf wichtigsten, bringst sie in eine Rangfolge und prüfst, wie sehr du sie im Alltag lebst. Am Ende siehst du, wo dein Kompass und dein Alltag auseinanderliegen.
- EnergiebilanzDu sammelst, womit du deine Zeit verbringst, und schätzt ein, was dir Energie gibt und was dich Energie kostet. Am Ende siehst du deine Bilanz, deine größten Energieräuber und was du an ihnen ändern kannst.